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Geschichte

Die Geschichte der Aloisius-Jugend Ahrweiler von 1813 e.V.
(Nach Josef Müller†, aufgearbeitet und aktualisiert von Hans-Georg Klein)

In Ahrweiler ist alles anders, besonders bei den Schützen. Haben andere Schützengesellschaften verschiedene Altersabteilungen, Schüler-, Jugend- und Seniorenschützen, so gibt es eine solche Untergliederung in Ahrweiler nicht. Die Schüler gehören der Aloisius-Jugend an, einer völlig selbständigen Gesellschaft, die jährlich ihr Königsvogelschießen, nämlich das Aloisiusfest, das gleichzeitig 1925Schulfest der Aloisiusschule ist, durch. Das älteste Königsschild stammt aus dem Jahre 1813 und trägt die Inschrift: “Tilmanus Josephus Velten, Arapolitanus qui 21 Juni avem sagitta dejectit“, das heißt “Tilman Josef Velten aus Ahrweiler, der am 21. Juni den Vogel mit der Armbrust herunterschoss“. Damit sind zwei Tatsachen belegt, nämlich dass die Aloisius-Jugend den Königsvogel schon immer mit der Armbrust geschossen hat und dass es im Jahre 1813 schon eine Aloisius-Jugend gegeben hat. Allerdings ist ein älteres Gründungsdatum erschließbar, wenn auch nicht beweisbar. Wir müssen also spekulieren, das aber begründet.
Jeder, der etwas Geschichtsbewusstsein hat, weiß dass die Zeiten damals nicht nach Vereinsgründung oder der Pflege nach Brauchtum waren. Napoleon war in Russland auf der Flucht, die Völkerschlacht von Leipzig stand bevor, viele Deutsche, auch Ahrweiler Bürger, kämpften an Napoleons Seite einen verlorenen Kampf. Auch das Vereinsleben der Bürgerschützen und der Junggesellenschützen lag danieder. Sollte ausgerechnet in dieser Zeit eine Schützenjugend gegründet werden? Hier sind ganz begründete Zweifel angebracht. Gehen wir etwas tiefer in die Ahrweiler Geschichte. Seit 1637 besaßen die Jesuiten zu Düren einen Hof, also ein Weingut, in Ahrweiler. Oftmals waren Jesuitenpatres in Ahrweiler anwesend. Sie führten Volksmissionen durch und kümmerten sich vor allem um die Kinderlehre. Ausweislich der Ratsprotokolle wurden sie dafür auch vom Rat entlohnt. So stiftete die Stadt im Jahre 1625 den Jesuiten ein Fuder Wein, weil sie kostenlos die Kinder unterrichteten.
Ein zweiter Aspekt ist zu beachten. des Jesuitenordens. Er wurde im 18. Jahrhundert so zu sagen der Heilige für die Schuljugend. Offensichtlich haben die Franziskaner vom Calvarienberg und die Jesuiten von Düren eine Arbeitsteilung vorgenommen. Während sich die Franziskaner, wie ihre Chronik öfter berichtet, um die Junggesellen kümmerten, Theateraufführungen usw. war die Schuljugend das Arbeitsfeld der Jesuiten.
Als die Jesuiten um 1800 aus Ahrweiler fortziehen mussten, übernahm die Schule die Betreuung der Aloisius-Jugend. Sorgsam pflegte die Lehrerschaft der Ahrweiler Volksschule stets das Brauchtum am Aloisiustag. Als die Fotographie aufkam, wurde von jedem Jahrgang der Aloisiusjungen eine Aufnahme gemacht. Diese teils schon über 125 Jahre alten Bilder hängen in der Aloisiusschule in der Blankartstraße aus. Die Namen der einzelnen Teilnehmer der Jahrgänge sind von den früheren Generationen der Aloisius-Jugend mit viel Liebe und Fleiß gesammelt und schriftlich in der Aloisius-Chronik festgehalten worden.
Es war nicht immer leicht, das Aloisiusfest durchzuführen. Besonders in der Zeit der französischen Besatzung nach dem Ersten Weltkrieg musste die Genehmigung der Besatzungsbehörde eingeholt werden. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg musste nachgewiesen werden, dass das Aloisiusfest nichts mit einem militärischen Fest zu tun hat und hatte und lediglich ein im Religiösen verankertes Fest der Schuljugend war, das sich in seinem Schützenbrauchtum an die Feste der beiden großen Schützengesellschaften anlehnte.
Statue1961, zwei Jahre vor dem 150jährigen Jubelfest der Aloisiusjungen, fertigte der damalige Künstler Hanns Matschulla eine Aloisiusstatue aus Holz an, die am Festtage immer in der ehrwürdigen St.-Laurentius-Pfarrkirche aufgestellt wird.
Matschulla schuf auch das Bild mit dem segnenden heiligen Aloisius über der Fahnengruppe der Aloisius-Jugend im Jahre 1955 anlässlich des Umbaus der Schule als Sgraffito. Es wurde zum Wahrzeichen der Ahrweiler Volksschule. Als 1984 die Grundschule in das Gebäude der ehemaligen Berufsschule umzog und das alte Gebäude zwischen dem Alten Bau und der Wolfsgasse abgerissen wurde, übertrug man das Matschulla-Bild in die Eingangshalle der neuen Grundschule. Als im Jahre 2011 die Fassade der Aloisiusschule saniert wurde, hat die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler auf Anregung des Heimatvereins Alt-Ahrweiler das Bild auf der neuen Außenfassade - wiederum als Sgraffito - anbringen lassen.

1963 feierte dann die Aloisiusschule das 150jährige Jubiläum. Eine Festschrift wurde herausgegeben, im Kolpingsaal (heutiges Zunfthaus) fand eine große Festveranstaltung statt, auf der der frühere Leiter der Aloisiuisschule, Rektor i.R. Jakob Rausch, der stets mit heißem Herzen und jugendlicher Begeisterung für das Aloisiusfest eingetreten war, die Festansprache hielt. Die Aloisius-Jugend erhielt eine neue Fahne, die der Malermeister Franz Ulrich entworfen hatte und die nun alljährlich beim Fest von der Jugend als Traditionsfahne getragen wird. Diese Fahne war die dritte in der Geschichte der Ahrweiler Aloisius-Jugend.
Die erste Fahne wurde 1873 geweiht, sie ist auf dem ältesten Bild der Aloisius-Jugend von 1882 zu sehen und zeigt das Bild des hl. Aloisius.

Die zweite Fahne wurde von Rektor Christoph Strauck, dem eifrigen Förderer der Aloisiustradition, am 23. Mai 1921 für 2800,- Mark angeschafft. Es war mühsam damals, diesen hohen Betrag durch Spenden aufzubringen. Auf einer Seite trägt diese Fahne, die heute als Kirchenfahne am Fest mitgeführt wird, die Inschrift: "Kath. Volksschule Ahrweiler -hl. Aloisius schütze die Jugend".
HauptmannsketteFerner sei an dieser Stelle erwähnt, dass der Aloisiuskönig von 1903, Jean Kohlhaas, im Jahre 1928 einen Hauptmannsschild stiftete. Der Schützenkönig von 1967, Günther Schmitt erweiterte die Hauptmannskette zu ihrer jetzigen Form.
1952 übergab der König Manfred Winkler dem damaligen Rektor der Schule ein neues Zepter. Ein weiteres Zepter in hochmoderner Form stiftete König Roger Müller im Jahre 1985.

Interem KoenigJosef Löhr, König im Jahre 1955, stiftete einen Interimsschild, den nun der Aloisiuskönig bei bestimmten Anlässen anstelle der Kette trägt. 1986 wurde der Schild durch einen Anhänger in Form eines sechs-strahligen Sterns erweitert. Eine schmale, ringförmige Reliefleiste, über der sich ein Uhrglas wölb, umschließt zwei auf einem roten Leinenuntergrund liegende Knochenstücke des 1985 selig-gesprochenen Peter Friedhofen. Ein kleiner eingefügter Zettel trägt die Inschrift: "Beatus Petrus Friedhofen". Der Anhänger wurde vom damaligen Bürgermeister der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, Rudolf Weltken, gestiftet und von dem Goldschmiedemeister Helmut Reidenbach angefertigt.

Für den Fähnrich der Aloisiusjugend stifteten dann die Silberjubilare des Jahres 1980 einen Interimsschild, der durch den Fähnrich 1981, Henrik Geschier um einen Anhänger erweitert wurde.

In den 60er Jahren hat sich nun eine Form des Festes herausgebildet, die sich würdig an die Festlichkeiten der beiden großen Schützengesellschaften anreiht. Da die Erwachsenen vielfach samstags frei haben, wird das Fest jetzt immer um den 21. Juni herum auf einen Samstag gefeiert.
Interem FaehnrichAm Freitagnachmittag ziehen die Aloisiusjungen in ihren schmucken grünen Uniformen zum Zapfenstreich auf. Sie verabschieden dann ihren vorjährigen König, der ein neues Schild für die Königskette stiftet und dafür ein Aloisiusbild erhält.
Samstagmorgen ist Wecken. Dann nehmen die Aloisiusjungen und alle Jungen und Mädchen der Aloisiusschule am Festhochamt in der Pfarrkirche teil. Sie tragen dabei wie seit Jahrzehnten eine Rose auf dem Anzug oder auf dem Kleid. Ebenso wohnen die Jubilare dem Amt bei. Während des Hochamtes ist der Opfergang der Aloisiusjungen. Seit der Seligsprechung Peter Friedhofens marschieren die Aloisiusjungen nach dem Gottesdienst zu dessen Gedenkstätte am Haus Monleon-Lauter am Obertor und sprechen dort ein Gebet. Danach beginnt auf dem geschmückten Schulhof der Aloisiusschule das Königsschießen mit der Armbrust auf den hölzernen Vogel, das durch ein Ehrenschießen der Gäste und Jubilare eröffnet wird. Sobald der Vogel gefallen ist, übergibt der Rektor dem neuen König Zepter und Königskette. Nun stellen die Aloisiusjungen altem Brauch folgend ihre neue Majestät dem Pfarrherrn im Pfarrhaus, dem Bürgermeister und den Hauptleuten und Königen beider anderer Gesellschaften vor. Nach dem gemeinsamen Mittagessen ziehen die Aloisiusjungen am Nachmittag zum Calvarienberg, um dort ihren neuen König den Ursulinenschwestern und dem dortigen Rektor vorzustellen. Abschließend bringen die Aloisiusjungen ihren König nach Hause zu seinen Eltern. Damit endet ein langer, freudiger, aber beschwerlicher Tag, den viele nicht so schnell vergessen werden.
Am Vorabend des Festes treffen sich die Jubilare, die vor 10, 25, 40, 50, 60 oder gar 70 oder 75 Jahren einmal zu den Aloisiusjungen zählten, in einem Hotel. Der Vorsitzende überreicht ihnen die Aloisiusmedaille mit dem Ehrenkranz, und dann beginnt ein reger Austausch von lieben Erinnerungen über die früher gemeinsam durchlebte Schulzeit und die alten Aloisiusfeste. Auch die Könige und Hauptleute der anderen Schützengesellschaften sowie Vertreter aus Kirche und Politik nehmen an diesem Kommers teil. Gerade dieser Jubilarsabend ist eine besondere Bereicherung des Aloisiusfestes geworden. Er ist das Band, das die ehemaligen Schüler der Aloisiusschule Ahrweiler mit der alten Schule verbindet. Und wer eben kann, nimmt von den eingeladenen Jubilaren am Fest teil, da für alle das Wiedersehen viel Freude bereitet.
Im Jahre 1974 kam es zu einer neuen Entwicklung infolge der Schulreform. Aus der Volkschule wurden Grund-und Hauptschule. Letzte erhielt ihr Gebäude in Bachem. Bislang war der Rektor der jeweiligen Ahrweiler Volksschule für die Durchführung des Aloisiusfestes verantwortlich. Jetzt aber waren die Jahrgänge, die hauptsächlich den Nachwuchs für die Aloisiusjungen stellten, im neuen Hauptschulgebäude. Daher musste eine andere Form der Verantwortlichkeit gesucht und gefunden werden. Unter der tatkräftigen Leitung der Rektoren Hans Joachim Jonas, Grundschule, und Toni Neukirchen, Hauptschule, sowie mit Hilfe zahlreicher ehemaliger traditionsbewusster Aloisiusjungen und der Vertreter der beiden anderen Schützengesellschaften wurde der Verein "Aloisius-Jugend Ahrweiler von 1813" gebildet, der in das Vereinsregister eingetragen wurde und alljährlich nun das Aloisiusfest organisiert und durchführt. Ihm gehören heute viele Förderer an. Natürlich besteht jetzt immer die Schwierigkeit, jeweils den Aloisiusjungen-Jahrgang aufzustellen. Denn es müssen Jungen der Grund- und der Realschule sowie der Gymnasien hierzu gewonnen werden. Dank der Traditionsfreudigkeit zahlreicher Ahrweiler Familien besteht die Hoffnung, dass dies auch in Zukunft gelingen wird.
Eine weitere Neuerung ergab sich nach der Pensionierung von Rektor Wolfgang Heuft. Es kam zunächst eine "rektorlose Zeit" an der Aloisiusschule. Daraufhin wählte der amtierende Vorstand Peter Terporten zum ersten Vorsitzenden, der erste, der nicht Schulleiter ist. Allerdings will der Vorstand dafür Sorge tragen, dass die Aloisiusschule personell weiterhin in die Vorstandsarbeit integriert ist und so vertrat deren letzte Rektorin Ruth Klein, als zugleich erste Dame im Aloisiusvorstand, dort die Interessen der Schule. Nach deren Fortgang entstand eine Vakant, die aber durch wechselnde Vertretungen aus dem Kollegium der Schule überbrückt wurde. Seit dem Oktober 2013 vertritt wieder der neue Rektor der Aloisiusschule Klaus Mührel die Schule im Vorstand der Aloisius-Jugend.

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