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St.Martins-Traditon

13.11.2011SanktMartininAW009100 0818Das St. Martins-Brauchtum in Ahrweiler mit dem Martinszug, den vier Bergfeuern und den Schaubildern ist weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt und hat eine lange Tradition. Nachweislich gibt es bereits seit 1860 die erste Bergfeuer und Lumpenfackelzüge der Junggesellen für jede Hut. Seit 1913 gibt es die ersten Ansätze für einen gemeinsamen Einzug der Junggesellen in die Stadt. 1922 wurde dann der Martinsausschuss gegründet, der ab diesem Zeitpunkt das Martinsfest vorbereitet. Nach 1945 entwickelten sich die Lumpenfackelzüge der Junggesellen zu Fackelschaubildern, die in der Regel einen heimatbezogenen Anlass als Motiv haben. Diese Schaubilder haben heute teilweise riesige Ausmaße und sind sehr imposant.
100 081520131109-9753Im Jahr 2004 machte es sich der Heimatverein "Alt-Ahrweiler" zur Aufgabe, die Tradition der Knolleköpp-Fackeln wieder zu beleben, was dann auch mit Hilfe der Schülerinnen und Schülern der Klasse 2b der Aloisius-Grundschule sowie deren Klassenlehrerin Vera Schmitz erfolgreich gelang.



Der Martinsausschuss pflegt das traditionelle Brauchtum
von Hans-Georg Klein

Feuerbau 1Alljährlich, wenn die Traubenlese vorbei ist, denken die Ahrweiler Schulkinder nur noch an das nahende Martinsfest mit seinen vier großen Bergfeuern, den imposanten Fackelschaubildern und dem ideenreichen Kinderfackelzug. Sie freuen sich alle auf dieses Schulfest, das in der ehemaligen Stadt Ahrweiler als Fest der vier Huten [= mittelalterliche Stadtbezirke] mit einem erlebnisreichen und eindrucksvollen Brauchtum begangen wird. Die Grundschulkinder basteln in der Schule Martinsfackeln. Die Jungen dürfen fleißig mitgehen, um Reisig im Walde zu sammeln und zu „Schanzen" zu binden, damit ein großes Feuer aufgebaut werden kann.
20131109-9700Im Gegensatz zu anderen rheinischen Orten werden also in Ahrweiler gemäß der Zahl der Huten auch vier Bergfeuer gleichzeitig abgebrannt. Dieser Brauch ist schon über 150 Jahre alt. Es ist ganz natürlich, dass am Martinsabend die Hutengemeinschaften untereinander in einen kleinen Wettstreit geraten. Jede Hut strengt sich an, jede möchte das größte Feuer oder das originellste Fackelschaubild haben. Dieser Wettstreit wurde nicht immer friedlich ausgetragen. Nein, im Gegenteil! Gegen das so beliebte „Schanze stritze" (Schanzen stehlen) wäre nicht allzu viel einzuwenden gewesen. Aber bis zum Beginn des ersten Weltkrieges lieferten sich die Junggesellen nach dem Abbrennen der Martinsfeuer sich regelrechte Kämpfe mit Pechfackelstöcken oder gar Weinbergspfählen, so dass also dieser schöne Abend oft ein wüstes Ende in der Stadt und auf dem Marktplatz fand.
Rektor Christoph Strauck, ein eifriger Förderer des Martinsfestes, erzählt uns in einem Schriftstück, das er im Archiv des Martinsausschusses niederlegte, wörtlich:
,,ln unserem schönen Ahrweiler werden seit undenklichen Zeiten von den vier Hüten am Samstag vor der Martinikirmes ,,Mätesfeuer" abgebrannt. Dann bewegt sich von jedem Feuer abwärts ein Lumpenfackelzug in schönen Zickzacklinien zur Stadt. Vor der Stadt werden die Fackeln ausgeschlagen, und nun beginnt unter Absingen des Kampfliedes ,,Sen me denn net all die Niddehöde Jonge usw." ein Kampf mit der gegnerischen Hut. Durch das wüste Betragen der Kämpfer kam der sonst so schöne Martinsabend bei allen Fremden und auch bei sehr vielen Einheimischen in üblen Ruf".
Den ersten Vorstoß, diese unschönen Begleiterscheinungen abzustellen, unternahmen im Jahre 1913 Rektor Strauck und Oberlehrer Albert Federle, der spätere Oberstudienrat und Kreisarchivar. Rektor Strauck versuchte damals, alle Hüten am Niedertore zu sammeln, um gemeinsam singend und ohne wüste Prügelei durch die Straßen zu ziehen. Während die Volksschüler sich zum gemeinsamen Zuge einfanden, belästigten halbwüchsige Burschen, denen eine Rauferei wie in früheren Jahren mehr Freude machte, die Schüler. So wurde der Lehrerschaft die Lust am Feste genommen. Durch den Kriegsbeginn im Jahre 1914 unterblieben Martinsfeuer und Lumpenfackelzüge.
20131109-9727Im Jahre 1922 waren es dann Baptist Plachner und Jean Mies, welche den Rektor baten, noch einmal einen Versuch wie 1913 zu wagen. Die Lehrerschaft war sehr mit dem Plan einverstanden, der Rektor stimmte zu, falls die Schule seitens der Bürgerschaft die notwendige Unterstützung fände. Der Versuch wurde gemacht, und der Fackelzug gefiel den Einwohnern so gut, dass der im gleichen Jahre gegründete Martinsausschuss allenthalben Zustimmung und Hilfe fand. Dieser Martinsausschuss bereitet nunmehr seit 1922 alljährlich das Martinsfest vor und führt es mit Hilfe der Hutengemeinschaften, ja der gesamten Bevölkerung durch. Der Ausschuss rüttelte nicht an der Tradition des Martinsabends. Er beließ so die Jugend in der Gemeinschaft ihrer Hut, er beließ jeder Hut das eigene Feuer und den eigenen Lumpenfackelzug. Die Lumpenfackelzüge haben sich nun nach dem 2. Weltkrieg zu Fackelschaubildern entwickelt, die immer einen heimatbezogenen Anlass als Motiv wählen. Der Fackelzug erhielt seit 1922 dann endgültig die Hutordnung. Seitdem werden auch Feuer und Schaubild von einer besonderen Bewertungskommission bewertet und mit Preisen bedacht.

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